30. Mai

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1631: Veröffentlichung der ältesten französischen Zeitung, Gazette de France – 1723: Johann Sebastian Bach tritt sein Amt als Thomaskantor in Leipzig an mit der Aufführung seiner neuen Kantate Die Elenden sollen essen, BWV 75 – 1876: Der russische Zar Alexander II. verbietet per Geheimerlass (Emser Erlass) Druckschriften und Aufführungen in ukrainischer Sprache. – 1920: Les Champs Magnétiques / Die magnetischen Felder erscheint in Paris. – 1960: Nach seiner Rückkehr von Zürich, wo er Nelly Sachs getroffen hatte, nach Paris schreibt Paul Celan das Gedicht

ZÜRICH, ZUM STORCHEN
Für Nelly Sachs
 
Vom Zuviel war die Rede, vom
Zuwenig. Von Du
und Aber-Du, von
der Trübung durch Helles, von
Jüdischem, von
deinem Gott.
 
Da-
von.
Am Tag einer Himmelfahrt, das
Münster stand drüben, es kam
mit einigem Gold übers Wasser.
 
Von deinem Gott war die Rede, ich sprach
gegen ihn, ich
ließ das Herz, das ich hatte,
hoffen:
auf
sein höchstes, umröcheltes, sein
haderndes Wort –
 
Dein Aug sah mir zu, sah hinweg,
dein Mund
sprach sich dem Aug zu, ich hörte:
 
Wir
wissen ja nicht, weißt du,
wir
wissen ja nicht,
was
gilt.

– 1968: Walter Ulbricht läßt die Leipziger Paulinerkirche sprengen. – 1980: Beginn von Jugendunruhen in Zürich – 2014: Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung teilt mit, dass der mit 50.000 Euro dotierte Georg-Büchner-Preis 2014 an Jürgen Becker geht


Geboren am 30. Mai

1814: Michail Bakunin, russischer Anarchist, 1816: Robert Prutz (* Stettin; † 20. Juni 1872 ebd.), deutscher Schriftsteller, und Publizist, 1835: Alfred Austin, englischer Schriftsteller, 1844: Félix Arnaudin, französischer Lyriker und Fotograf, 1855: Georg Schaumberg, deutscher Schriftsteller, 1862: Mirza Alakbar Sabir, aserbaidschanischer Dichter und Philosoph, 1885: Villem Grünthal-Ridala, estnischer Dichter und Linguist, 1903: Countee Cullen, amerikanischer Schriftsteller der Harlem Renaissance, 1913: Eduard Goldstücker, tschechoslowakischer Germanist, Organisator der Kafka-Konferenz im Mai 1963 in Liblice, 1918: Pita Amor, mexikanische Schriftstellerin, 1926: Dagmar Nick (* in Breslau, heute Wrocław, Polen), deutsche Schriftstellerin, 1931: Vizma Belševica, lettische Schriftstellerin, 1931: Antonio Gamoneda, spanischer Lyriker, 1934: Dieter Süverkrüp, deutscher Maler und Liedermacher, 1937: Claes Andersson, finnlandschwedischer Schriftsteller, 1955: Colm Tóibín, irischer Schriftsteller, 1960: Christoph Leisten (* in Geilenkirchen, Nordrhein-Westfalen), deutscher Schriftsteller


Gestorben am 30. Mai

1431: Jeanne d’Arc, französische Nationalheldin und Heilige, 1593: Christopher Marlowe (30. jul.), englischer Dichter, 1744: Alexander Pope, englischer Dichter, 1778: Voltaire (François-Marie Arouet), französischer Schriftsteller und Philosoph, 1779: Johann Friedrich Hahn, deutscher Lyriker, 1892: Mary Hannah Gray Clarke, amerikanische Schriftstellerin, 1918: Georgi Plechanow, russischer Philosoph, 1925: Arthur Moeller van den Bruck, deutscher Kulturhistoriker und Schriftsteller, 1932: Wilhelm Fischer (genannt Fischer in Graz, * 18. April 1846 in Csakathurn; † in Graz), österreichischer Schriftsteller, 1951: Hermann Broch, österreichischer Schriftsteller, 1960: Boris Pasternak, russischer Schriftsteller (Doktor Schiwago), Nobelpreis für Literatur 1958 auf politischen Druck nicht angenommen, 1965: Louis Hjelmslev, dänischer Sprachwissenschaftler, 1977: Claire Goll (* 29. Oktober 1890 in Nürnberg; † in Paris), deutsch-französische Dichterin, 1985: Olga Anstej (auch Anstey, russ./ukr. Ольга Анстей, ursprünglich Штейнберг/Steinberg; * 29. Februar jul./ 13. März 1912 greg. in Kiew; † in New York), ukrainisch-russisch-amerikanische Schriftstellerin, schrieb schon 1943 über das Massaker von Babij Jar, wurde in der Sowjetunion nicht gedruckt und emigrierte 1943, 1994: Juan Carlos Onetti, uruguayischer Schriftsteller, 1999: Kalju Lepik, estnischer Schriftsteller, 2005: Gérald Leblanc, akadischer (kanadischer) Dichter, 2007: Gunturu Seshendra Sarma, indischer Dichter (Telugu), 2014: Hienadz Buraukin, belarussischer Dichter, 2016: Ellen Niit, estnische Schriftstellerin, 2022: F.C. Delius, deutscher Schriftsteller