Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus

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E. T. A. Hoffmann (für Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, eigentlich Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann; * 24. Januar 1776 in Königsberg, Ostpreußen; † 25. Juni 1822 in Berlin) war ein bedeutender deutscher Schriftsteller der Romantik. Außerdem wirkte er als Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist. https://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann


Ernst Theodor Amadeus Hoffmann [ɛʁnst ˈteːodoːɐ̯ amaˈdeːʊs ˈhɔfˌman], né Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann le 24 janvier 1776 à Königsberg, en province de Prusse-Orientale, et mort le 25 juin 1822 à Berlin, est un écrivain romantique et un compositeur, également dessinateur et juriste prussien. https://fr.wikipedia.org/wiki/Ernst_Theodor_Amadeus_Hoffmann


Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (born Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann; 24 January 1776 – 25 June 1822) was a German Romantic author of fantasy and gothic horror, a jurist, composer, music critic and artist. His short story "The Sandman" is seen as a pioneering work of horror fiction, while his novella Mademoiselle de Scuderi is regarded as one of the earliest examples of crime fiction. https://en.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann


Meyers 1907

14) Ernst Theodor Amadeus (eigentlich Wilhelm), einer der originellsten und phantasiereichsten deutschen Erzähler, zugleich auch Musiker und Maler, geb. 24. Jan. 1776 zu Königsberg i. Pr., gest. 24. Juli 1822 in Berlin. Er studierte in seiner Vaterstadt die Rechte, arbeitete seit 1796 bei der Oberamtsregierung in Großglogau und seit 1798 bei dem Kammergericht in Berlin, wurde 1800 Assessor bei der Regierung in Posen, aber wegen einiger anzüglichen Karikaturen, die er gefertigt, 1802 als Rat nach Plozk und 1803 in gleicher Eigenschaft nach Warschau versetzt, wo damals auch J. E. Hitzig und Zacharias Werner als preußische Beamte tätig waren. Der Einmarsch der Franzosen 1806 machte hier seiner amtlichen Laufbahn ein Ende. Ohne Vermögen und ohne Aussichten im Vaterland, benutzte er seine musikalischen Talente zum Broterwerb und ging 1808 auf Einladung des Grafen Julius v. Soden als Musikdirektor bei dem neuerrichteten Theater nach Bamberg. Als dieses bald nachher geschlossen wurde, geriet er in die größte Not. Nachdem er sich einige Zeit durch Musikunterricht und Arbeiten für die Leipziger »Allgemeine musikalische Zeitung« die nötigsten Unterhaltsmittel erworben, erhielt er 1813 die Stellung als Musikdirektor bei der Secondaschen Schauspielergesellschaft und leitete bis 1815 das Orchester dieser abwechselnd in Dresden und in Leipzig spielenden Truppe. 1816 wurde er wieder als Rat bei dem königlichen Kammergericht in Berlin angestellt; er starb daselbst an der Rückenmarksschwindsucht nach qualvollen Leiden. H. hatte sich von Jugend auf mit Vorliebe dem Studium der Musik gewidmet. In Posen brachte er das Goethesche Singspiel »Scherz, List und Rache« aufs Thea ter, in Warschau »Die lustigen Musikanten« von Brentano, dazu die Opern: »Der Kanonikus von Mailand« und »Liebe und Eifersucht«, deren Text er nach ausländischen Mustern selbst bearbeitete. Auch setzte er die Musik zu Werners »Kreuz an der Ostsee« und komponierte für das Berliner Theater Fouqués zur Oper umgestaltete »Undine«, deren Partitur samt den prächtigen, nach Hoffmanns Entwürfen gefertigten Dekorationen bei dem Brande des Opernhauses zugrunde ging. Die Aufforderung, seine in der »Musikalischen Zeitung« zerstreuten Aufsätze zu sammeln, veranlaßte ihn zur Herausgabe der »Phantasiestücke in Callots Manier« (Bamberg 1814, 4 Bde.; 4. Aufl., Leipz. 1864, 2 Bde.), die großes Aufsehen machten und ihm die unterscheidende Bezeichnung »H.-Callot« verschafften. Weiter folgten: »Vision auf dem Schlachtfeld von Dresden« (Leipz. 1814); »Elixiere des Teufels« (Berl. 1816); »Nachtstücke« (das. 1817, 2 Bde.); »Seltsame Leiden eines Theaterdirektors« (das. 1818); »Die Serapionsbrüder« (das. 1819–21, 4 Bde.; nebst einem Supplementband, der Hoffmanns letzte Erzählungen enthält, das. 1825); »Klein Zaches, genannt Zinnober« (das. 1819, 2. Aufl. 1824); »Prinzessin Brambilla, ein Capriccio nach Jakob Callot« (das. 1821); »Meister Floh, ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde« (Frankf. 1822); »Lebensansichten des Katers Murr, nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler, in zufälligen Makulaturblättern« (Berl. 1821–22, 2 Bde.); »Der Doppelgänger«[422] (Brünn 1822) und einige kleinere Erzählungen, von denen »Meister Martin und seine Gesellen«, »Das Majorat«, »Das Fräulein von Scudéry«, »Der Artushof«, »Doge und Dogaresse« etc. wahre Meisterstücke der Novellistik genannt zu werden verdienen. H. war ein durchaus origineller Mensch, mit den seltensten Talenten ausgerüstet, wild, ungebunden, nächtlichem Schwelgen leidenschaftlich ergeben (wobei er in Berlin besonders an Ludwig Devrient einen geistesverwandten Genossen hatte) und doch ein trefflicher Geschäftsmann und Jurist. Voll scharfen und gesunden Menschenverstandes, der den Erscheinungen und Dingen sehr bald die schwachen und lächerlichen Seiten ablauschte, gab er sich doch allerlei phantastischen Anschauungen und abenteuerlichem Dämonenglauben hin. Exzentrisch in seiner Begeisterung, Epikureer pis zur Weichlichkeit und Stoiker bis zur Starrheit, Phantast bis zum fratzenhaftesten Wahnsinn und witziger Spötter bis zur phantasielosen Nüchternheit, vereinigte er die seltsamsten Gegensätze in sich, Gegensätze, in denen sich auch seine meisten Novellen bewegen. In allen seinen Dichtungen fällt der Mangel an Ruhe zuerst auf, seine Phantasie und sein Humor reißen ihn unaufhaltsam mit sich fort. Finstere Gestalten umkreisen und durchkreuzen stets die Handlung, und das Wilddämonische spielt selbst in die Welt der philisterhaften und modernen Alltäglichkeit hinein. In der Virtuosität, gespenstiges Grauen zu erwecken, werden wenige Erzähler H. erreicht haben; es ist glaubhaft, daß er sich, wie man erzählt, vor seinen eignen gespenstigen Gestalten gefürchtet habe. Die Sprache handhabte er mit großer Gewandtheit, wenn auch nicht ohne Manier. Als Musikkritiker hielt er zu Spontini und den Italienern gegen K. M. v. Weber und die aufblühende deutsche Oper, wirkte aber für das Verständnis Mozarts und Beethovens. Eine Sammlung seiner »Ausgewählten Schriften« erschien Berlin 1827–28, 10 Bde., denen seine Witwe Micheline, geborne Rorer, 5 Bände Supplemente (Stuttg. 1839) beifügte, welche die Erzählungen aus seinen letzten Lebensjahren und die 3. Auflage von Hitzigs Biographie (»Hoffmanns Leben und Nachlaß«, zuerst Berl. 1823) enthalten. Eine neue Ausgabe erschien u. d. T. »Gesammelte Schriften« (Berl. 1871–73. 12 Bde.), in der Hempelschen Sammlung (das. 1879–83, 15 Tle.) und, besorgt von E. Griesebach, in M. Hesses Klassikerausgaben (»Sämtliche Werke«, Leipz. 1899, 15 Bde.); eine gut kommentierte Auswahl der »Werke« bot Schweizer (das. 1896, 3 Bde.), eine andre mit Einleitung von Lautenbacher erschien im Cottaschen Verlag (Stuttg. 1894, 4 Bde.). Vgl. auch »Das Kreislerbuch, Texte, Kompositionen und Bilder.« Zusammengestellt von Hans v. Müller (Leipz. 1903). H. war auch ein geschickter Karikaturenzeichner, von dem mehrere Karikaturen auf Napoleon I. herrühren. Interessante Erinnerungen an H. gab Funck (K. F. Kunz) in seiner Schrift »Aus dem Leben zweier Dichter, Ernst Theod. Wilh. H. und Fr. G. Wetzel« (Leipz. 1836). Im Ausland, besonders in Frankreich, ist H. vielfach übersetzt und nachgeahmt worden. Vgl. Ellinger, E. T. A. Hoffmann, sein Leben und seine Werke (Hamb. 1894); O. Klinke, E. T. A. Hoffmanns Leben und Werke. Vom Standpunkte des Irrenarztes (Braunschw. 1903).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 420-426. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006781403


Damen Conversations Lexikon 1835

[298] Hoffmann, Ernst Theodor Amaadeus, einer der außerordentlichsten Menschen, gleichzeitig Schriftsteller, Schauspieler, Maler und Musikus, der bei allen Zerstreuungen eines wüsten Lebens niemals aufhörte, die Künste zu lieben. Hoffmann, der berühmte Verfasser der »Nachtstücke in Callot's Manier,« der »Serapionsbrüder,« der »Elixire des Teufels,« des »Kater Murr und Kreisler,« war am 24. Januar 1776 in Königsberg in Preußen geb. Sorgfältig, aber ohne bestimmten Plan erzogen, entflammte er bei zunehmenden Jahren für Musik und Malerei, versuchte sich früh schon in genial-bizarren Compositionen und betrachtete Schulwissenschaften und Jurisprudenz nur als nothwendige Existenzmittel. Bald fand er eine Anstellung in Posen, verheirathete sich dort und ward später nach Warschau versetzt, wo er drei glückliche Jahre zubrachte, bis das verhängnißvolle Jahr 1897 ihn dienst- und brotlos[298] machte. Hoffmann ward Musikdirektor in Bamberg und Dresden, führte ein abenteuerliches, unstätes Leben, wurde Maria von Weber's und Jean Paul's Freund und ging, ohne Aussicht, ohne Hoffnung 1814 nach Berlin zurück. Das Jahr 1816 war in doppelter Hinsicht bedeutungsvoll für sein Leben, er erhielt die Stelle eines Kammergerichtsraths mit ansehnlichem Gehalt, und seine Oper »Undine« wurde mit Beifall auf dem Hoftheater gegeben. Hoffmann gehörte zu den Wenigen, die Unglück viel besser ertragen können, als Glück; er kehrte jetzt alle Lebensregeln um, machte aus Tag Nacht und aus Nacht Tag, und hierin ist die Quelle seines körperlichen und spätern geistigen Verfalls zu suchen Nach sechs Jahren, aus denen in der ersten Zeit wie eine Blumenflur in der Wüste des Weinhauslebens die Serapionsabende hervortauchten, unterlag der geistreiche Mann im reisen Mannesalter einer gänzlichen Erschöpfung aller Kräfte. Bei den schmerzhaftesten körperlichen Leiden behielt seine, fast ausgelassene, Seelenheiterkeit immer die Oberhand; noch auf dem Krankenbette schrieb er, und als er auch dazu unfähig geworden, denn in den letzten Monaten trat eine völlige Lähmung aller Extremitäten ein – diktirte er unausgesetzt; – so »die Genesung,« »Meister Macht,« »des Vetters Eckfenster,« »den Feind.« Inmitten dieser letzten Novelle starb er am 25. Juni 1822. T.

Quelle: Damen Conversations Lexikon, Band 5. [o.O.] 1835, S. 298-299. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001738321


Brockhaus 1838

[399] Hoffmann (Ernst Theodor Amadeus, eigentlich Ernst Theod. Wilh.), ein beliebter deutscher Schriftsteller, wird häufig Callot-H. genannt, weil er 1814 »Phantasiestücke in Callot's Manier« herausgab, in denen er Figuren auftreten ließ, welche Ähnlichkeit mit den fratzenhaft komischen Figuren des Malers Callot hatten. H., geb. zu Königsberg in Preußen 1776, war ein Mann von den vielseitigsten Talenten; er war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Zeichner, ausgezeichneter Musiker und Componist, sowie tüchtiger Jurist. Nachdem er in Königsberg die Rechtswissenschaften studirt hatte, trat er in Staatsdienste und wurde 1802 Regierungsrath in Plock und 1803 in Warschau, verlor aber diese Anstellung durch den 1806 erfolgten Einmarsch der Franzosen. Hierauf war er erst in Bamberg, dann in Dresden und Leipzig Musikdirector beim Theater, gerieth aber abwechselnd in die traurigsten Lagen. Endlich kam er wieder zu einer gesicherten Stellung, indem er 1816 als Rath beim Kammergericht in Berlin angestellt wurde, wo er 1822 an einer höchst schmerzhaften Krankheit, aber bis zum letzten Augenblick eine bewunderungswürdige Geisteskraft bewährend, starb. Er erfüllte treu die Pflichten seines Berufs und fand dabei noch Muße zu einer großen Anzahl von Schriften. Seine Lebensart war höchst unregelmäßig. Von Natur mit dem lebhaftesten Geiste ausgestattet, regte er sich noch gewaltsam durch Wein auf. In seinen Schriften herrscht eine wüste, grelle und üppig reiche Phantasie; eigenthümlich sind ihm die gespensterhaft-phantastischen Gestalten, durch welche [399] er seine Leser zu spannen und aufzuregen weiß. Zur ruhigen, wahrhaft schönen Darstellung hat er es niemals gebracht. Ausgaben seiner Schriften sind zu Berlin und Stuttgart (1829 fg.) erschienen.

Quelle: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1838., S. 399-400. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000833576


Herders 1855

[326] Hoffmann, Ernst Theod. Wilhelm, origineller Novellendichter, zugl. trefflicher Musiker und Caricaturenzeichner, wurde geb. 1776 zu Königsberg u. st. 1822 zu Berlin, nachdem er als Jurist bis 1806 in Polen Aemter begleitet hatte, 1808–12 Musikdirector zu Bamberg, seit 1813 zu Dresden gewesen u. 1816 Kammergerichtsrath in Berlin geworden war. Eine ungezügelte Phantasie und Mangel an religiösem Halte rissen ihn zum Planlosen, zu Gedankensprüngen, Seltsamkeiten u. Verirrungen fort, die auch in seinen Novellen seinen Dichtergeist überwuchern; namentl. offenbart sich darin eine Freude am Gespensterhaften [326] und Grausigen, die in den »Elixieren des Teufels« (1816) u. in den »Nachtstücken« (1817) sich zum unheimlichen Dämonismus steigert. Neben tiefen Gedanken und den geistreichsten Bemerkungen, namentl. auch über Musik (Phantasiestücke in Callots Manier, 1814), neben der reichsten Ader kecken, witzigen Humores (Lebensansichten des Kater Murr, 1820) Oberflächlichkeiten, Albernheiten, gemüthlose u. unheimliche Schroffheiten genug. Ein späteres Hauptwerk ist der Novellenkranz »Die Serapionsbrüder« (Berlin 1819–21, Supplement 1826), kleinere Leistungen: Klein Zaches, Meister Floh, Kindermärchen u.a.; er brachte auch eigene (der Canonicus von Mailand, Schärpe und Blume) und fremde (Brentanos lustige Musikanten, Göthes Scherz, List und Rache) Singspiele und Opern auf die Bühne und setzte Zach. Werners »Kreuz an der Ostsee« u.a. in Musik. Ausgewählte Schriften Berlin 1827 bis 28, 10 B., dazu 5 Ergänzungsbände Stuttgart 1839.

Quelle: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 326-327. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20003373630


Pierer 1859

13) Ernst Theodor Amadeus [Wilhelm]), geb. 24. Jan. 1776 zu Königsberg in Preußen; studirte das. die Rechte, war dann seit 1796 in Glogau bei dem Oberamtsgericht angestellt, wurde 1798 in Berlin Referendar bei dem Kammergericht, 1800 Assessor bei der Regierung in Posen, wurde jedoch wegen einiger Carricaturen, welche er bei einer Redoute vertheilte, u. die der General Zastrow u.a. Angestellte auf sich bezogen, 1802 als Regierungsrath nach Plozk versetzt, kam 1803 in gleicher Eigenschaft nach Warschau, wo er mitten unter Geschäften der Musik u. Dichtkunst lebte. 1806 mit den andern südpreußischen Beamten brodlos geworden, begab er sich nach Berlin, lebte hier höchst dürftig u. nahm 1808 die Stelle als Musikdirector beim Theater des Grafen Soden in Bamberg an. Bald hörte das Bamberger Theater wieder auf, u. er lebte nun vom Unterrichtertheilen u. schrieb für die Allgemeine Musikalische Zeitung Aufsätze, welche später die Grundlage zu seinen Phantasiestücken in Callots Manier bildeten. 1813 wurde er Musikdirector der Secondaschen Gesellschaft in Leipzig u. Dresden; 1814 trat er wieder in preußische Dienste, Anfangs ohne Gehalt beim Kammergericht in Berlin, dann 1816 als Kammergerichtsrath u. starb 24. Juli 1822 an der Rückenmarksdarre. Von jeher war Musik seine Leidenschaft gewesen, er hatte sogar mehrere Sachen componirt; so waren schon in Posen die Composition von Goethe's Scherz, List u. Rache, in Warschau die Opern: der Canonicus von Mailand u. Schärpe u. Blume (beide auch von ihm gedichtet), ferner die Musik von Werners Kreuz an der Ostsee u. zu Brentanos Lustigen Musikanten durch ihn entstanden. Seit 1815 trat er als Schriftsteller auf u. war in dieser Zeit einer der besten Novellendichter der Deutschen. H. schr.: Phantasiestücke in Callots Manier, Bamb. 1814, 4 Bde., 3. Aufl. Lpz. 1825, 2 Bde.; Die Vision auf dem Schlachtfelde von Dresden, ebd. 1814; Die Elixire des Teufels, Berl. 1816, u. Aufl. 1827; Nachtstücke, ebd. 1817, 2 Bde.; Seltsame Leiden eines Theaterdirectors, ebd. 1818; Klein Zaches genannt Zinnober, 1819, u. Aufl. 1824; Die Serapionsbrüder, ebd. 1819 bis 1821, 4 Bde.; Lebensansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler, 1821 f., 2 Bde.; Prinzessin Brambilla (ein Capriccio), 1821; Meister Floh (ein Mährchen), Frankf. 1822; Der Doppelgänger, Brünn 1824; Ausgewählte Schriften, Berl. 1827 f., 10 Bde.; Erzählende Schriften, in einer Auswahl (herausgegeben von seiner Wittwe Micheline geb. Rorer), Stuttg. 1827–31, 18 Bde. Aus H-s Leben u. Nachlaß (von J. E. Hitzig), Berl. 1823, 2 Thle.; Nachträge zu diesem Werk in H-s letzten Erzählungen, ebd. 1825, 2 Thle.; Z. Funck, Aus dem Leben zweier Dichter, Wetzel u. H., Lpz. 1836.

Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 441-445. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20010123377


Brockhaus 1911

[813] Hoffmann, Ernst Theod. Amadeus, eigentlich Wilh., Novellist, geb. 24. Jan. 1776 zu Königsberg, bis 1806 im Staatsdienst, dann Theatermusikdirektor, seit 1816 Kammergerichtsrat in Berlin, gest. das. 25. Juni 1822; origineller humoristisch-phantastischer Schriftsteller (»Phantasiestücke in Callots Manier«, 1814-15, daher Callot-H. genannt; »Elixiere des Teufels«, 1815-1816; »Nachtstücke«, 1817; »Die Serapionsbrüder«, 1819-21; »Klein Zaches«, 1819; »Lebensansichten des Kater Murr«, 1820-22), auch Komponist und Zeichner. – Vgl. Ellinger (1894).

Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 813. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001193562


Allgemeine Deutsche Biographie

Hoffmann: Ernst Theodor Wilhelm H., der sich selbst in nacheifernder Verehrung Mozart’s E. T. Amadeus nannte, mit gleichmäßig reichen Anlagen für Poesie, Musik und Malerei ausgestattet, wurde am 24. Januar 1776 zu Königsberg in Preußen geboren. (...) Am stärksten tritt diese äußerste subjective Art der Hoffmannischen Dichtung im „Kater Murr“ hervor, in dem sich alle Eigenarten des Verfassers zusammenfinden, der Hang zur fragmentarischen Darstellung, die Kunst des Contrastes, hier schon äußerlich wirkend durch die Gegenüberstellung der Erfahrungen des philisterhaft gebildeten Katers und der Ereignisse, die das Leben des wahrhaft genialen Kreisler erschüttern und zerstören, die wirre Verschlingung der Fäden der Erzählung, die Lust am Scurrilen, an absonderlichen, schauervollen Abenteuern, die tiefe Ironie, mit welcher die Betrachtung der Welt den Geist des Edlen erfüllt, der unverstanden aus ihr entflohen ist, dem reinen höchsten Genuß der Kunst sich hinzugeben. (...)

Artikel „Hoffmann, Ernst“ von Franz Muncker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 575–583, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hoffmann,_Ernst_(Dichter)&oldid=- (Version vom 19. Februar 2026, 01:39 Uhr UTC)