Rüthel, Else: Unterschied zwischen den Versionen
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* Abbruch des Tages. Enthalten in Das blaue Heft Bd. 12, 01.03.1933, Nr. 15: 475 |
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für die Zeitschrift Der Monat sowie zahlreiche unveröffentlichte Lyriktexte |
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Else Rüthel-Schaber gilt als Beispiel einer weiblichen Kultur- und Literaturschaffenden der 20er und des deutschsprachigen Exils der 1930er Jahre. In Brünn wird ihr Grab als Denkmal für deutsche Emigrantinnen jener Zeit gewürdigt. |
Else Rüthel-Schaber gilt einem kleinen Kreis von Kennern als Beispiel einer weiblichen Kultur- und Literaturschaffenden der 20er und des deutschsprachigen Exils der 1930er Jahre. Ansonsten ist sie weitgehend vergessen bzw. unentdeckt. In Brünn wird ihr Grab als Denkmal für deutsche Emigrantinnen jener Zeit gewürdigt. |
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Anna Rheinsberg: Kriegs/Läufe. Über Emmy Ball-Hennings, Claire Goll, Else Rüthel. Persona-Verlag, 104 Seiten |
Anna Rheinsberg: Kriegs/Läufe. Über Emmy Ball-Hennings, Claire Goll, Else Rüthel. Persona-Verlag, 1989. 104 Seiten |
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Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 17:43 Uhr
Else Rüthel-Schaber
Else Rüthel-Schaber (*3. August 1899 in Köln-Ehrenfeld, Deutschland; † 19. Juli 1938 in Brno, Tschechien) war eine deutschsprachige Schauspielerin, Dichterin, Journalistin und Übersetzerin. Sie wirkte in Theater, Rundfunk, Literatur und Exilpublizistik und gehörte zu den bemerkenswerten weiblichen Stimmen der deutschsprachigen Kultur im Exil in den 1930er Jahren.
Leben
Else Rüthel wurde am 3. August 1899 in Köln-Ehrenfeld geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit in St. Petersburg, wo ihr Vater, ein gebürtiger Este, als Gartenarchitekt tätig war; nach der Scheidung der Eltern zog sie mit ihrer Mutter zurück nach Deutschland. Rüthel begann eine Ausbildung an einer Theaterschule in München und wurde in den frühen 1920er Jahren als Schauspielerin tätig. Sie war Mitglied der Münchner Kammerspiele und trat zudem im literarischen Kabarett Simplicissimus auf. In dieser Zeit etablierte sie sich als vielseitige Darstellerin und rezitierte als eine der herausragenden Rezitatorinnen in Deutschland. 1927 heiratete sie den Journalisten und Schriftsteller Will Schaber. Gemeinsam lebten sie in Berlin, wo Rüthel als Schauspielerin, Kabarettistin und Rundfunkmitarbeiterin für verschiedene Sender tätig war.
Emigration und Wirken in Brünn
Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus verließ das Ehepaar 1933 Deutschland. Sie verlief zunächst über Estland; der Versuch, nach Österreich einzureisen, scheiterte, so dass sich Else und Will Schaber in Brünn niederließen. Dort knüpften sie Kontakte zu deutschen Exilanten und arbeiteten publizistisch und kulturell aktiv. Rüthel war unter anderem für die deutsche Abteilung des Radio Brünn, die Neue Zürcher Zeitung, den Brünner Tagesboten und die Zeitschrift Der Monat tätig. Sie übersetzte auch aus dem Tschechischen, was auf ihre fundierten Sprachkenntnisse hinweist. 1936 erschien von ihr in Prag und Wien der Gedichtband Anbruch des Tages (tschechisch Rozednění), gestaltet mit einem Umschlag des Architekten František Kalivoda; daneben veröffentlichte sie auch zahlreiche Übersetzungen und hinterließ Hunderte unveröffentlichter Gedichte.
Tod und Ehrung
Else Rüthel-Schaber starb nach langjähriger Krankheit am 19. Juli 1938 im Haus der Zuflucht in Brünn. Sie wurde auf dem Zentralfriedhof der Stadt beigesetzt; ihr Grab mit dem Herder-Motto „Licht! Liebe! Leben!“ wurde von František Kalivoda gestaltet und gilt seit 2016 als Ehrengrab der Stadt Brünn.
Werk
Gedichte und Übersetzungen
- Gedichte. - Heilbronn a. N. : E. Kunter, 1926
- Abbruch des Tages. Enthalten in Das blaue Heft Bd. 12, 01.03.1933, Nr. 15: 475
- Anbruch des Tages (1936), Gedichtband – tschechisch auch Rozednění (mit einem von František Kalivoda gestalteten Einband)
Übersetzungen
für die Zeitschrift Der Monat sowie zahlreiche unveröffentlichte Lyriktexte
Rezeption
Else Rüthel-Schaber gilt einem kleinen Kreis von Kennern als Beispiel einer weiblichen Kultur- und Literaturschaffenden der 20er und des deutschsprachigen Exils der 1930er Jahre. Ansonsten ist sie weitgehend vergessen bzw. unentdeckt. In Brünn wird ihr Grab als Denkmal für deutsche Emigrantinnen jener Zeit gewürdigt.
Literatur
Anna Rheinsberg: Kriegs/Läufe. Über Emmy Ball-Hennings, Claire Goll, Else Rüthel. Persona-Verlag, 1989. 104 Seiten
Personenbezogene Daten
Geburtsdaten: 3. August 1899, Köln-Ehrenfeld, Deutschland
Sterbedaten: 19. Juli 1938, Brno (Brünn), Tschechien
Berufe: Schauspielerin, Dichterin, Journalistin, Übersetzerin
Ehepartner: Will Schaber (verheiratet 1927–1938)
Sprachen: Deutsch, Tschechisch (in Übersetzungen angewandt)