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Uiguren (auch Uighuren oder Uyghuren; Eigenbezeichnung: uigurisch ئۇيغۇر Uyghur; chinesisch 維吾爾族 / 维吾尔族, Pinyin Wéiwú'ěrzú) sind eine turksprachige Ethnie, die ihren Siedlungsschwerpunkt im Gebiet des ehemaligen Turkestans hat, insbesondere im heutigen chinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. |
Uiguren (auch Uighuren oder Uyghuren; Eigenbezeichnung: uigurisch ئۇيغۇر Uyghur; chinesisch 維吾爾族 / 维吾尔族, Pinyin Wéiwú'ěrzú) sind eine turksprachige Ethnie, die ihren Siedlungsschwerpunkt im Gebiet des ehemaligen Turkestans hat, insbesondere im heutigen chinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. |
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Zwar wurde das Tarim-Becken über mehrere Jahrhunderte hinweg vorwiegend von einer turksprachigen Bevölkerung besiedelt, doch erfolgte die Formulierung und formelle Begründung ihrer modernen Identität unter dem Ethnonym „Uiguren“ erst im 20. Jahrhundert. Auf einer Konferenz in Taschkent 1921 nahmen Vertreter der Neu-Uigurisch sprechenden Bevölkerungsteile Westturkestans, deren Sprache nicht oder nur zu geringem Anteil direkt auf das Altuigurische zurückgeht, für sich den Namen „Uiguren“ an. https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren |
Zwar wurde das Tarim-Becken über mehrere Jahrhunderte hinweg vorwiegend von einer turksprachigen Bevölkerung besiedelt, doch erfolgte die Formulierung und formelle Begründung ihrer modernen Identität unter dem Ethnonym „Uiguren“ erst im 20. Jahrhundert. Auf einer Konferenz in Taschkent 1921 nahmen Vertreter der Neu-Uigurisch sprechenden Bevölkerungsteile Westturkestans, deren Sprache nicht oder nur zu geringem Anteil direkt auf das Altuigurische zurückgeht, für sich den Namen „Uiguren“ an. https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren |
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== Herders 1857 == |
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[547] Uiguren, türk. Stamm in Turkestan, sprechen den ältesten Dialect der türk. Sprache und haben eine nicht unbedeutende Literatur. |
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Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 547. |
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== Pierer 1864 == |
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[133] Uiguren (Ost-Türken), den Türken (s.d.) verwandtes Volk in Hochasien; sie sind Muhammedaner, sehr fanatisch u. haben eine eigene, aus dem syrischen Estrangelo entlehnte Schrift. Indem man die U. früher fälschlich mit den Uguren der Byzantiner u. den Jugoren der russischen Geschichtschreiber verwechselte, glaubte man sie auch zu dem Finnischen Völkerstamme rechnen zu dürfen, obgleich schon Ruisbroeck sagt, daß ihre Sprache die Wurzel der türkischen u. romanischen sei, so wie auch Ulug-beg schon die Uigurische Sprache türkisch nennt, womit die von Abulghazi u. Ahmed ben Arabschah aufbewahrten Nachrichten übereinstimmen. Erst Klaproth (Über die Sprache u. Schrift der U., Berlin 1812, Paris 1823) hat indeß, namentlich aus chinesischen Quellen, bewiesen u. auch gegen I. I. Schmidt, welcher nach mongolischen Nachrichten die U. für Tibetaner hält, durchgeführt, daß die Uigurische Sprache wirklich ein, u. zwar der älteste bekannte Dialekt der Türkischen Sprache (s.d.) ist. Wirklich haben auch neuere [133] Verfasser türkischer Grammatiken, wie Jaubert u. Davids, sich allenthalben auf die Uigurische Sprache zurückgelehnt u. schätzbare Materialien zu deren Kenntniß geliefert. Aus diesen ist sichtlich, daß sie viele Formen reiner u. voller, als das Osmanische, aufbewahrt, im Wesentlichen aber dieselben Wurzeln, dieselbe Wortbildung u. denselben Periodenbau hat. Ihre Schrift, aus welcher später die mongolische u. mandschuische hervorgegangen ist, ist aus der sabäischen entlehnt. |
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Pierer's Universal-Lexikon, Band 18. Altenburg 1864, S. 133-134. |
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== Meyers 1909 == |
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[875] Uiguren (Juguren, Iguren, Chuiche), alttürk. Volk in Ostturkistan, das eine bereits 478 von den Chinesen erwähnte eigne Schrift und Literatur besaß. Am Hofe des Uigurenchans gab es eigne Chronikenschreiber. Der Buddhismus, der parsische Zoroasterglaube sowie das nestorianische Christentum fanden bei ihnen Eingang, worauf sie die syrische Schrift annahmen. Einst gehörten die U. zum mächtigen Reich der Hiungnu, das nach langen Kämpfen mit den Chinesen im 2. Jahrh. v. Chr. seine Blütezeit erreichte und im N. des Tiënschan sowie am Ili bis zum Tschui auf die benachbarten Türken einen geistigen und materiellen Druck ausgeübt hat. Bald darauf zerfiel es in ein nördliches und ein südliches Reich. Das letztere wurde Anfang des 3. Jahrh. durch tungusische Stämme zerstört, worauf die südlichen U. nach Westen zogen, wo das mächtige Hunnenreich entstand. Die nördlichen U. (chinesisch Kao tshe oder Tin le) gründeten im 8. Jahrh. zwischen Selenka und Jenissei gleichfalls ein großes Reich, das später von den Kirgisen zerstört wurde. Die U. gingen später in Mongolen, Chinesen, Arabern und mohammedanischen Tataren auf. Auch trat an die Stelle des Buddhismus der Islam. Die einzig zuverlässige Nachricht über die U. erhalten wir aus dem »Kudatku Bilik« von 1068/69, dem ältesten in türkischer Sprache abgefaßten Buch der Wiener Hofbibliothek. Vgl. Vambéry, Uigurische Sprachmonumente und das Kudatku Bilik (Innsbr. 1870) und Das Türkenvolk (Leipz. 1885); Schott, Zur Uigurenfrage (Berl. 1874–76, 2 Tle.); Radloff, Das Kudatku Bilik I (Petersb. 1891); Schurtz im 2. Band von Helmolts »Weltgeschichte« (Leipz. 1902). |
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Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 875. |
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== Brockhaus 1911 == |
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[885] Uiguren, türk. Stamm in Ostturkestan, Nachbarn der Chinesen, schon frühzeitig durch Kultur ausgezeichnet, im Mittelalter durch Vermischung mit andern Völkern verschwunden. – Vgl. Vámbéry (1870). |
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Quelle: |
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Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 885. |
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http://www.zeno.org/nid/20001641069 |
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Aktuelle Version vom 31. März 2026, 15:25 Uhr
Wikipedia
Uiguren (auch Uighuren oder Uyghuren; Eigenbezeichnung: uigurisch ئۇيغۇر Uyghur; chinesisch 維吾爾族 / 维吾尔族, Pinyin Wéiwú'ěrzú) sind eine turksprachige Ethnie, die ihren Siedlungsschwerpunkt im Gebiet des ehemaligen Turkestans hat, insbesondere im heutigen chinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang.
Die Uiguren sind nahezu alle Angehörige des Islam. Überwiegend handelt es sich bei ihnen um Oasenbauern, Kleinhändler und Handwerker. Sie führen Traditionen fort, die ihre Ursprünge im turko-persischen Zentralasien haben. Im 20. Jahrhundert wurden sie stark vom sowjetischen Zentralasien beeinflusst und passten sich den wechselnden äußeren Regimen über ihr Land an, die von nur kurzzeitig erfolgreichen Unabhängigkeitsbewegungen unterbrochen wurden.
Die meisten der schätzungsweise weltweit über 15 Millionen (Stand: 2010)[2] Uiguren leben in dem im Süden Xinjiangs gelegenen Tarim-Becken. Sie stellen die Mehrheitsbevölkerung in dieser Region, die 1759 durch die Qing erobert wurde und danach letztendlich unter eine locker gehaltene chinesische Herrschaft unter den Qing geriet.
Zwar wurde das Tarim-Becken über mehrere Jahrhunderte hinweg vorwiegend von einer turksprachigen Bevölkerung besiedelt, doch erfolgte die Formulierung und formelle Begründung ihrer modernen Identität unter dem Ethnonym „Uiguren“ erst im 20. Jahrhundert. Auf einer Konferenz in Taschkent 1921 nahmen Vertreter der Neu-Uigurisch sprechenden Bevölkerungsteile Westturkestans, deren Sprache nicht oder nur zu geringem Anteil direkt auf das Altuigurische zurückgeht, für sich den Namen „Uiguren“ an. https://de.wikipedia.org/wiki/Uiguren
Herders 1857
[547] Uiguren, türk. Stamm in Turkestan, sprechen den ältesten Dialect der türk. Sprache und haben eine nicht unbedeutende Literatur.
Quelle: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 547. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20003551628
Pierer 1864
[133] Uiguren (Ost-Türken), den Türken (s.d.) verwandtes Volk in Hochasien; sie sind Muhammedaner, sehr fanatisch u. haben eine eigene, aus dem syrischen Estrangelo entlehnte Schrift. Indem man die U. früher fälschlich mit den Uguren der Byzantiner u. den Jugoren der russischen Geschichtschreiber verwechselte, glaubte man sie auch zu dem Finnischen Völkerstamme rechnen zu dürfen, obgleich schon Ruisbroeck sagt, daß ihre Sprache die Wurzel der türkischen u. romanischen sei, so wie auch Ulug-beg schon die Uigurische Sprache türkisch nennt, womit die von Abulghazi u. Ahmed ben Arabschah aufbewahrten Nachrichten übereinstimmen. Erst Klaproth (Über die Sprache u. Schrift der U., Berlin 1812, Paris 1823) hat indeß, namentlich aus chinesischen Quellen, bewiesen u. auch gegen I. I. Schmidt, welcher nach mongolischen Nachrichten die U. für Tibetaner hält, durchgeführt, daß die Uigurische Sprache wirklich ein, u. zwar der älteste bekannte Dialekt der Türkischen Sprache (s.d.) ist. Wirklich haben auch neuere [133] Verfasser türkischer Grammatiken, wie Jaubert u. Davids, sich allenthalben auf die Uigurische Sprache zurückgelehnt u. schätzbare Materialien zu deren Kenntniß geliefert. Aus diesen ist sichtlich, daß sie viele Formen reiner u. voller, als das Osmanische, aufbewahrt, im Wesentlichen aber dieselben Wurzeln, dieselbe Wortbildung u. denselben Periodenbau hat. Ihre Schrift, aus welcher später die mongolische u. mandschuische hervorgegangen ist, ist aus der sabäischen entlehnt.
Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 18. Altenburg 1864, S. 133-134. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20011169370
Meyers 1909
[875] Uiguren (Juguren, Iguren, Chuiche), alttürk. Volk in Ostturkistan, das eine bereits 478 von den Chinesen erwähnte eigne Schrift und Literatur besaß. Am Hofe des Uigurenchans gab es eigne Chronikenschreiber. Der Buddhismus, der parsische Zoroasterglaube sowie das nestorianische Christentum fanden bei ihnen Eingang, worauf sie die syrische Schrift annahmen. Einst gehörten die U. zum mächtigen Reich der Hiungnu, das nach langen Kämpfen mit den Chinesen im 2. Jahrh. v. Chr. seine Blütezeit erreichte und im N. des Tiënschan sowie am Ili bis zum Tschui auf die benachbarten Türken einen geistigen und materiellen Druck ausgeübt hat. Bald darauf zerfiel es in ein nördliches und ein südliches Reich. Das letztere wurde Anfang des 3. Jahrh. durch tungusische Stämme zerstört, worauf die südlichen U. nach Westen zogen, wo das mächtige Hunnenreich entstand. Die nördlichen U. (chinesisch Kao tshe oder Tin le) gründeten im 8. Jahrh. zwischen Selenka und Jenissei gleichfalls ein großes Reich, das später von den Kirgisen zerstört wurde. Die U. gingen später in Mongolen, Chinesen, Arabern und mohammedanischen Tataren auf. Auch trat an die Stelle des Buddhismus der Islam. Die einzig zuverlässige Nachricht über die U. erhalten wir aus dem »Kudatku Bilik« von 1068/69, dem ältesten in türkischer Sprache abgefaßten Buch der Wiener Hofbibliothek. Vgl. Vambéry, Uigurische Sprachmonumente und das Kudatku Bilik (Innsbr. 1870) und Das Türkenvolk (Leipz. 1885); Schott, Zur Uigurenfrage (Berl. 1874–76, 2 Tle.); Radloff, Das Kudatku Bilik I (Petersb. 1891); Schurtz im 2. Band von Helmolts »Weltgeschichte« (Leipz. 1902).
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 875. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20007622058
Brockhaus 1911
[885] Uiguren, türk. Stamm in Ostturkestan, Nachbarn der Chinesen, schon frühzeitig durch Kultur ausgezeichnet, im Mittelalter durch Vermischung mit andern Völkern verschwunden. – Vgl. Vámbéry (1870).
Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 885. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001641069