Novembermärchen

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Otto Emersleben: NovemberMärchen. Keine bleibende Stadt. Schwerin: Helms, 2000


Novembermärchen. Keine bleibende Stadt ist ein Roman des Schriftstellers Otto Emersleben, erschienen 2000 im Thomas-Helms-Verlag in Schwerin. Der Text ist als literarisches Erinnerungs- und Zeitbild angelegt und spielt in einer einer fiktiven, an Greifswald in Vorpommern erinnernden Stadt.

Im Mittelpunkt stehen Rückblicke auf Kindheit und Jugend, auf familiäre Bindungen, Verluste und gesellschaftliche Umbrüche. Die Stadt erscheint nicht als stabiler Schauplatz, sondern als ein sich auflösender Erinnerungsraum, dessen soziale und kulturelle Strukturen im Verlauf des 20. Jahrhunderts zunehmend fragil werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die "Wende"zeit. Die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der Jahre 1989/90 bilden den historischen Hintergrund für den Verlust vertrauter Lebensformen, für Abwanderung, Umbrüche im Stadtbild und die Erfahrung von Entwurzelung. Die „bleibende Stadt“ erweist sich als Illusion; was bleibt, sind Erinnerungen, Brüche und Übergänge.

Der Roman verbindet autobiographische Elemente mit poetischer Verdichtung und reflektiert Fragen von Herkunft, Heimat und Vergänglichkeit im Spannungsfeld zwischen DDR-Vergangenheit und postsozialistischer Gegenwart. Die Erzählweise ist ruhig, episodisch und von melancholischer Grundstimmung geprägt.