Moallaqat
Herders 1856
[206] Moallakat d.h. die Aufgehangenen (weil sie in Mekka öffentlich aufgehangen wurden), die ältesten auf uns gekommenen arab. Gedichte aus der Zeit unmittelbar vor Mohammed, 7 an der Zahl, von ebenso vielen Dichtern verfaßt; Uebertragungen haben Hammer u. Rückert versucht.
Quelle: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 206. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20003436152
Pierer 1857
Am bekanntesten sind die 7, auf dem Markte zu Okadh bei den Wettkämpfen mit dem Preise gekrönten, auf Byssus mit goldnen Buchstaben geschriebenen (daher Mudsahabat, d.i. vergoldete)[645] u. in der Kaaba zu Mekka aufgehängten (daher Moallakat, d.i. aufgehängte) Gedichte, deren Verfasser Amriolkais (s.d.), Amru Ebn Kulthum, Anthara, Hareth Ebn Hillizah (herausgegeben von Vullers, Bonn 1827), (statt dieser zwei nach And. Ascha u. Nabegha), Lebid (s.d.), Tharafa (herausgegeben von Reiske, Leyd. 1742; von Vullers, Bonn 1829) u. Kaab Ebn Zobeir (s.d.) sind.
Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 645-650. Permalink: http://www.zeno.org/nid/2000939222X
Meyers 1905
Wer sich begeistert genug fühlte, andre Dichter zu besiegen, hing (nach einer spät erfundenen, aber charakteristischen Sage) zu Mekka sein Gedicht als Herausforderung an die Wand der Kaaba. Der Dichter mußte seinen Gegnern Rede stehen, und nur, wenn er die Tadler besiegte, konnte das aufgehangene Gedicht die Ehrenstelle an der Wand der Kaaba behaupten. Auf solche Preisgedichte deutete man die Namen Moallakât (»aufgehängte«) und Mudsahhabât (»vergoldete«, weil sie mit goldenen Buchstaben auf Byssus geschrieben seien). Man bezeichnete mit diesen Namen sieben Gedichte der vormohammedanischen Dichter Amrilkaís (s. d.), Tárasa (s. d.), Soheir (s. d.), Lebîd (s. d.), Antara (s. d.), Amr ibn Kulthûm und Hârith (vgl. Arnold, Septem Mo'allakât, Leipz. 1850; »Tibrîzi, a commentary on 10 ancient Arabic poems«, hrsg. von Ch. Lyall, Kalkutta 1891–93, 2 Tle.; Ph. Wolff, Mu'allakât, ins Deutsche übertragen, Rottweil 1857).
Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 1. Leipzig 1905, S. 656-661. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006245110
Brockhaus 1911
[198] Moallakāt, sieben arab. Gedichte aus dem 6. Jahrh. n. Chr., welche für die vorzüglichsten Erzeugnisse der vormohammed. Poesie gelten. Ausg. von Abel (1891), Nöldeke (1891 fg., mit Übersetzung), deutsch auch von Rückert (1843, 1846) und Wolff (1857).
Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 198. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001361635