Kochanowski, Jan

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Polnischer Dichter, * 1830 in Siczyn bei Radom (Gouvernement Sandomir); † 22. August 1584 in Lublin, begraben in Zwoleń bei Czarnolas.


Werke

  • Die Eintracht (publ. 1564).
  • Das Schachspiel (1562–1566).
  • Odpráwá Posłow Graeckich bzw. Odpráwá Posłow Greckich (Die Abfertigung der griechischen Gesandten; 1566–1568, publ. 1578).
  • Psalterz Dawidow (Davids Psalter; publ. 1579), doi:10.3931/e-rara-79372
  • Treny (Thränen = Klagelieder); 1579–1580).
  • Jezda do Moskwy (Die Reise nach Moskau; publ. 1583).
  • Epigramme (publ. 1584).


Deutschsprachige Ausgaben

  • Die Abfertigung der griechischen Gesandten : Mit 2 Anhängen / Jan Kochanowski. [Hrsg. vom Deutschen Schulverein in d. Wojewodschaft Schlesien t. z., Katowice]. Übers. u. mit Einl. u. Anm. vers. von Sp. Wukadinowic

(Odprawa poslów greckich, dt.). Poznan' [Posen] : Concordia Sp. Akc., 1929

  • Threnodien und andere Gedichte / Jan Kochanowski. Übers. von Spiridion Wukadinović. Als Ms. gedr.

Hersteller Mikołow (Woj. Slaskie) [Nikolai] : Miarka Erscheinungsdatum: 1934

  • Eine Auslese aus seinem Werk, Breslau 1937
  • Ausgewählte Dichtungen. Hrsg. Willi Hoepp. Leipzig: Reclam, 1980
  • Treny. Thraenen. Deutsche Nachdichtung Ursula Kiermeier. Kraków: Wydawnictwo Krakowskie, o.J.
  • Das Schachspiel, übersetzt und kommentiert von Thomas Daiber. Ed. Rugerup, Berlin / Hörby 2011


Literatur

  • Eckhard Schäfer (Hrsg.): Sarbiewski. Der polnische Horaz (NeoLatina 11). Narr, Tübingen 2006
  • Jan Kochanowski und die europäische Renaissance : acht Studien / Jörg Schulte. Wiesbaden : Harrassowitz: 2011 263 S. ; 24 cm


Herders 1855

[624] Kochanowski, Johann, geb. 1532 zu Siczyn, gest. 1584 zu Lublin, vorzüglicher poln. Lyriker; letzte Ausgabe Leipzig 1853. Seine 2 Brüder Peter und Andreas K. übersetzten Tasso, Ariosto und Virgils Aeneis in das Polnische.

Quelle: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 624. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20003401383


Pierer 1860

[630] Kochanowski, 1) Johann, der Polnische Pindar genannt, geb. 1532 zu Siczyn im Gouvernement Sandomir, er lebte, nachdem er im Auslande die Wissenschaften studirt u. einige Zeit als Secretär des Königs Sigismunds fungirt hatte, auf seinem Gute Czarnolas der Poesie u. st. 1584 in Lublin. Er schr.: Lyrische Gedichte (Threny, Sobotka etc.), das Drama Odprawa postow greckich, lateinische Elegien u. Oden, Krakau 1612; seine Übersetzung der Psalmen, Krakau 1578, ist noch in Polen in Gebrauch. Werke, Krakau 1584, Warschau von Bohomolec 1767, Breslau 1826, 2 Bde., Lpz. 1835, 3 Bde. 2) Peter, Bruder des Vorigen, Secretär des Königs Sigismund III., machte als Malteserritter die Kriegszüge seines Ordens mit. Er übersetzte Tassos Befreites Jerusalem 1618 u. Ariosts Rasenden Roland, Krakau 1799, ins Polnische. 3) Andreas, Verwandter des Vorigen; Truchseß von Sandomir, übersetzte Virgils Äneide, Krakau 1590 u.ö.

Quelle: Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 630. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20010255710


Meyers 4. Aufl.

Kochanowski, Johann, poln. Dichter, geb. 1532 auf seinem väterlichen Stammgut Siczyn, erhielt im elterlichen Haus eine sorgfältige Erziehung und studierte dann in Deutschland, Italien (Padua) und in Paris, wo er von Ronsard zum Dichten angeregt wurde. Ins Vaterland zurückgekehrt, fand er am Hof des Krakauer Krongroßkanzlers Padnjewski Aufnahme und wurde durch dessen Vermittelung zum Sekretär des Königs Siegmund August ernannt. Er zog sich jedoch bald auf sein väterliches Gut Czarnolas zurück und lebte hier den Musen, zugleich aber an allen Ereignissen des Vaterlandes den lebhaftesten Anteil nehmend. So wohnte er dem Kongreß von Stenzyca bei, welcher die Entsetzung des Königs Heinrich von Valois aussprach, und erschien sodann auf dem Wahlreichstag, wo er sich für die österreichische Kandidatur erklärte. Nichtsdestoweniger suchte auch der neue König, Stephan Báthori, den berühmten Dichter an seinen Hof zu ziehen, aber vergeblich. Auch schlug K. in seltener Bescheidenheit die ihm von dem Kanzler Zamojski, seinem Jugendfreund, angebotene Würde eines Kastellans aus. Er starb in Lublin, wohin er sich begeben hatte, um von dem König Báthori Rache für die Ermordung seines Schwagers Podlodowski durch die Türken zu fordern, vom Schlage getroffen, 2. Aug. 1584. K. ist bis auf Mickiewicz der bedeutendste Dichter der Polen. Unter seinen polnischen Dichtungen stehen die "Treny", Elegien auf den Tod seiner Tochter Ursula, obenan und gelten, was poetischen Schwung und vollendete Beherrschung der Sprache betrifft, als Meisterwerke. Das Drama "Die Entlassung der Gesandten", 1578 zu Ehren der Vermählung Zamojskis mit der Prinzessin Báthori gedichtet, die "Preußische Huldigung", das satirische Gedicht "Die Eintracht" zeichnen sich durch patriotische Begeisterung aus. In den "Kleinigkeiten", welche oft an Boccaccios "Decamerone" erinnern, läßt er seiner heitern Laune freiesten Spielraum. Seine durch kernige Einfachheit ausgezeichnete Übersetzung der "Psalmen" (Krak. 1578) hat ihm den Namen des "polnischen Pindar" erworben. In lateinischer Sprache schrieb er: "Elegiae", "Lyricorum libellus" und zahlreiche Gelegenheitsgedichte. Die polnische Sprache verdankt ihm wesentliche Vervollkommnung, die polnische Poesie große Bereicherung durch Einbürgerung fremder Dichtungsformen, die er stets mit nationalem Geist zu durchdringen verstand. Seine Schriften erschienen Krakau 1584-90 (neuere Ausgaben, Bresl. 1826, Leipz. 1835, Krak. 1859, 3 Bde.). Die vollständigste Biographie Kochanowskis hat v. Przyborowski (Pos. 1857) geliefert. Vgl. Löwenfeld, Joh. K. und seine lateinischen Dichtungen (Pos. 1878). - Sein jüngerer Bruder, Piotr (1566-1620), war Sekretär des Königs Siegmund III. und Malteserritter, nahm an mehreren Zügen seines Ordens teil und verlebte einige Jahre in Italien. Er lieferte eine treffliche polnische Übersetzung von Tassos "Befreitem Jerusalem" im Versmaß des Originals (Krak. 1618 u. öfter) und Ariosts "Rasendem Roland" (das. 1799).

In: Meyers Konversationslexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, S. 902. 9. Band: Irideen - Königsgrün


Meyers 1907

[213] Kochanowski, Jan, poln. Dichter, geb. 1530 auf seinem väterlichen Stammgut Sycyna, gest. 22. Aug. 1584 in Lublin, bezog 1544 die Hochschule zu Krakau, 1552 die zu Padua, bereiste Italien und ging 1555 nach Paris, wo er von Ronsard zum Dichten angeregt wurde. Ins Vaterland zurückgekehrt, fand er am Hofe des Krakauer Krongroßkanzlers Padniewski Aufnahme und wurde 1564 durch dessen Vermittelung zum Sekretär des Königs Siegmund August ernannt. Er zog sich jedoch schon 1568 auf sein väterliches Gut Czarnolas zurück und lebte hier den Musen, zugleich aber an allen Ereignissen des Vaterlandes den lebhaftesten Anteil nehmend. 1575 legte er auch seine geistlichen Ämter (er war 1565 und 1566 mit zwei Pfründen beschenkt worden) nieder. Der neue König, [213] Stephan Báthory, suchte den berühmten Dichter an seinen Hof zu ziehen, aber vergeblich. Auch schlug K. in seltener Bescheidenheit die ihm von dem Kanzler Zamojski, seinem Jugendfreund, angebotene Würde eines Kastellans aus. K. ist bis auf Mickiewicz der bedeutendste Dichter der Polen. Unter seinen polnischen Dichtungen stehen die »Treny« (Krakau 1580), Elegien auf den Tod seiner Tochter Ursula, obenan, und gelten, was poetischen Schwung und vollendete Beherrschung der Sprache betrifft, als Meisterwerke. Das Drama »Odprawa poslów greckich« (»Die Abfertigung der griechischen Gesandten«), 1578 zu Ehren der Vermählung Zamojskis mit der Prinzessin Bathory gedichtet, »Proporzec albo hołd pruski« (»Das Banner oder die preußische Huldigung«), das satirische Gedicht »Zgoda« (»Die Eintracht«, 1564) zeichnen sich durch patriotische Begeisterung aus. In den »Fraszki« (»Kleinigkeiten«, 1854), die oft an Boccaccios »Decamerone« erinnern, läßt er seiner heitern Laune freiesten Spielraum. Seine durch kernige Einfachheit ausgezeichnete Übersetzung der »Psalmen« (Krak. 1579) ist die beste, die bis jetzt existiert. In lateinischer Sprache schrieb er: »Lyricorum libellus« (1580), »Elegiarum libri quatuor« (1584) und zahlreiche Gelegenheitsgedichte. Die polnische Sprache verdankt ihm wesentliche Vervollkommnung, die polnische Poesie große Bereicherung durch Einbürgerung fremder Dichtungsformen, die er stets mit nationalem Geist zu durchdringen verstand. Sammlungen seiner Schriften erschienen 1584–1641 zehn (neuere Ausgaben, Bresl. 1826, Leipz. 1835, Krak. 1859, 3 Bde., die letzte und beste Warsch. 1884 ff., 4 Bde.). Die vollständigste Biographie Kochanowskis hat v. Przyborowski (Pos. 1857) geliefert. Vgl. Löwenfeld, Jan K. und seine lateinischen Dichtungen (Pos. 1878).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 213-214. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20006909752


Brockhaus 1911

[982] Kochanowski, Jan, poln. Dichter, geb. 1530 zu Sycyna, gest. 22. Aug. 1584 zu Lublin; dichtete nach klassischen [982] Mustern Elegien, epigrammatische Gedichte, das Drama »Abweisung der griech. Gesandten«, Übersetzung der Psalmen, manches deutsch in Nitschmann, »Poln. Parnaß« (1875); Werke (1884). – Biogr. von Löwenfeld (1878).

Quelle: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 982-983. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20001258516