Karl Goedeke über Sibylla Schwarz

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Erste Ausgabe 1859

Goedeke, Karl: Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen. 1. Ausgabe, Hanover (sic): L. Ehlermann, 1859: 2.Bd., 17. Jh. – 19. Jh.


Buch 5, § 183, S. 459


















Zweite Ausgabe 1887

Karl Goedeke: Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen. 2. ganz neu bearbeitete Auflage. Dritter Band. Vom dreissigjährigen bis zum siebenjährigen Kriege. Dresden: Verlag von L. Ehlermann, 1887.

3. Bd., Buch V, § 196

S. 317


S. 318















3. Sibylla Schwarzin, geb. am 14. Febr. 1621 zu Greifswald, Tochter des pommerschen Landrats und Bürgermeisters Christian S. (†29. Okt. 1659, im 69. J.) und dessen Ehefrau Regina Völlschow, nach deren am 25. Jan. 1630 erfolgtem Tode die kaum Neunjährige den Haushalt versah. Sie starb am 31. Juli 1638. Von ihren geistlichen Liedern hebt die Leichenrede zwei hervor: 1) Ach, daß mein Haupt von Thränen, 8 : 6. – 2) Wiltu noch nicht Augen kriegen. 7 : 6. – Christoph Hagen, Himmlische Hochzeit-Predigt auf der Seligen und fröhlichen Heimfahrt Der Jungfrauen Sibyllen Schwartzin Begräbnis 3. Aug. 1638. Greyffswald 1638. 5 Bogen 4. (Göttingen, Or. funebr. q. S. mul. 3, 16). Greifswalder Critische Versuche 1742. 1, 333. Oelrichs, Histor. diplom. Beyträge S. 20. Moller 2, 818. Franz Horn im Frauentaschenbuche 1818. S. 176–210. – Sibyllen Schwarzin, Vohn Greiffswald aus Pommern, Deutsche Poëtische Gedichte, Nuhn Zum ersten mahl, auß jhren eignen Handschrifften, herauß gegeben und verleget Durch M. Samuel Gerlach, auß dem Hertzogtuhm Würtemberg. und in Dantzig Gedruckt, bey seel. Georg Rheten Witwen, im M.DC.L. Jahr – Ander Theil Deutscher Poetischer Gedichten. 4. (HB. 714. Berlin. Wolfenbüttel, Q. 229, 2. 4).




Kommentar

Goedekes "Grundrisz" ist der erste Versuch einer Gesamtdarstellung der deutschen Literaturgeschichte in der noch jungen Wissenschaft Germanistik. Er ist bis heute eine wichtige Quelle literaturgeschichtlicher Forschung.


Platz der Frauen in der Literaturgeschichte

N.N.


Zur ersten Ausgabe

Sibylla Schwarz ist auf niedrigstem Niveau registriert. Weder Morhof noch die bis dahin fast kontinuierliche lexikalische Erfassung und die "Wiederentdeckung" durch Franz Horn sind vermerkt (also wohl nicht bekannt). Das ist zunächst wenig verwunderlich bei dem (ersten) Versuch, alle Autoren der deutschen Literatur in allen Quellen von den Anfängen bis auf die Gegenwart zu erfassen. Schwerer wiegt, daß die Aussagen über die Literatur der Frauen gerade auf Sibylla Schwarz kaum passen. Die Darstellung erweckt den falschen Eindruck, sie gehöre zum Umkreis des Nürnberger Schäferordens und sei von Zesen gefördert worden. Die Männer "halfen vielleicht nach", so der Kenntnis- und Bewußtseinsstand.