Döblin, Alfred

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  • 10. August 1878 in Stettin; † 26. Juni 1957 in Emmendingen

Alfred Döblin wurde am 10. August 1878 in Stettin als Sohn eines berufstätigen Schneidermeisters und der Tochter eines reichen Fabrikanten geboren. Der Vater lässt die Familie mit einer neuen Frau hinter sich und wandert nach Amerika aus, als Döblin gerade einmal zehn Jahr alt war. Als die Familie bereits in Berlin lebte, kehrte Alfred Döblins Vater Max wieder nach Deutschland zurück und lebte dort mit seiner neuen Geliebten, Henriette Hecht, in ärmlichen Verhältnissen. Zuweilen schickte er sich an, Arbeit in Berlin zu finden und zu seiner Familie zu ziehen, hielt aber nie derartige Versprechen und blieb Zeit seines Lebens in Hamburg. Diese Kindheitserlebnisse sollten Jahre später das Schreiben Döblins und seine Erinnerungen an seinen Geburtstort prägen. Aufgrund des Weggangs des Vaters und des daraus resultierenden sozialen und finanziellen Abstiegs zieht die Familie nach Berlin. Döblin beschreibt sein zwiespältiges Verhältnis, das vor allem de Wegzug seines Vaters geschuldet ist, zu seiner Heimatstadt Stettin in folgenden Worten: "Also, ich bin vor vierzig Jahren nach Berlin gekommen, nachdem ich vorher geboren bin. Ich kam in Berlin in einem Zustand an, der sich nicht unterscheidet von meiner Geburt, zehn Jahre vorher, in Stettin." Seine Erlebnisse in Stettin wirken wie eine Leerstelle, die von den Erinnerungen an den absenten Vater, seinen Versprechungen und den Fantasien von seiner neue Liebschaft und einem dazugehörigen Leben gefüllt werden. Das Leben in Berlin gestaltet sich aufgrund der sozialen Stellung der Familie äußerst schwierig. Um die Familie ernähren zu können, nimmt die Mutter Untermieter bei sich auf. 1900 besteht Alfred Döblin das Abitur und nimmt das Medizinstudium auf. Dort lernt er die Medizinstudentin Erna Reiss kennen, die er 1912 heiratet und mit der er vier Söhne großzieht. Sein Doppelleben als Psychiater und Schriftsteller nimmt seinen Anfang mit der Bekannschaft mit Herwarth Walden, der ihn in die Literaturszene Berlins einführt. Döblin beginnt Artikel für die expressionistische Zeitschrift "Der Sturm" zu verfassen. In den Jahren von 1912 bis 1920 veröffentlicht er Texte, die ihn zu einem der bekanntesten Vertreter der expressionistischen Literatur machen, darunter der Erzählband "Die Ermordung einer Butterblume" von 1912 und "Wallstein" von 1920. 1914 meldet sich Döblin als freiwillig Militärarzt zum Ersten Weltkrieg. 1928 wird er in die Akademie der Preußischen Künste aufgenommen und 1929, ein Jahr später, erscheint sein bekanntester Roman "Berlin Alexanderplatz", der Döblin zu einem der gefragtesten Autoren der Weimarer Republik macht. Einen Tag nach dem Reichstagsbrand emigriert der als "Alsphaltliterat" verschriene Autor über Zürich nach Paris. Auch im Exil bleibt er literarisch aktiv. 1940 flieht er in die USA und konvertiert vom Judentum zum Katholizismus. Döblin kehrt nach Deutschland als Oberst und Literaturinspekteur der französischen Militärregierung nach Deutschland zurück und lebt in Baden-Baden. Vom Nachkriegsdeutschland enttäuscht, zieht Döblin 1953 jedoch wieder nach Paris. Alfred Döblin zählt heute zu den bedeutendsten Vertretern expressionistischer und avantgardistischer Literatur und ist einer der bekanntesten Exil-Autoren.

Bibliographie, eine Auswahl:

  • Die drei Sprünge des Wang-lun. Ein chinesischer Roman. 1916.
  • Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine. 1918.
  • Wallenstein. 1920.
  • Berge, Meere und Giganten. Roman 1924.
  • Berlin Alexanderplatz. Roman. dt. Erstausgabe. S. Fischer Verlag, Berlin 1929.
  • Babylonische Wandrung. Roman. 1934.
  • Die Ermordung einer Butterblume und andere Erzählungen. Erzählband. 1913.

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Quellen: https://www.dhm.de/lemo/biografie/alfred-doeblin; Döblin, Alfred: Ankunft in Berlin. in: Müller-Waldeck, Gunnar (Hrsg.): Die Ostsee meiner Erinnerungen. Kindheit in Mecklenburg und Pommern. Kiel 2010.; https://www.xlibris.de/Autoren/Doeblin/Biographie