29. Oktober

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Nacht der toten weißrussischen Dichter

1525: Martin Luther hält in Wittenberg die erste Messe in deutscher Sprache ab. – 1787: Uraufführung der Oper Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart in Prag. – 1937: 160 Repräsentanten der weißrussischen literarischen und wissenschaftlichen Elite werden vom NKWD erschossen, die meisten in der Nacht vom 29. zum 30. Oktober. Vorangegangen waren Listenerstellungen durch Stalin und die sowjetische Führung. Nach Stalins Tod wurden sie rehabilitiert. Die Angaben variieren bei einzelnen Autoren – der russische Wikipdiaartikel über einen dieser Erschossenen, Sjama Piwawarau, sagt, in der Nacht vom 28. zum 29.Oktober seien in Minsk 22 weißrussische und jüdische Schriftsteller Weißrußlands erschossen worden. Anscheinend war es tatsächlich die folgende Nacht. Über den Repressionsakt gibt es bei Wikipedia nur die russische, weißrussische und englische Seite. Unter den in dieser Nacht Erschossenen waren  der Literaturkritiker Jakau Branstein, der Schriftsteller Platon Halawatsch, die weißrussischen Dichter Ales Dudar, Todar Kljaschtorny, Jurka Ljawonny, Waleri Marakau (Маракоў), Sjargej Murso, Michas Tscharot und Sjama Piwawarau, der jiddische Schriftsteller Mosche Kulbak (Gedicht, Roman, Drama – anscheinend der einzige, der in Deutschland bekannt wurde) und die jiddischen Dichter Juli Taubin (יודל "יולי" טאַוובין), Isi Charik, איזי כאַריק‏‎ und Aron Judelson; hinzu kommen zahlreiche Politiker, Wissenschaftler, Künstler usw. – offensichtlich der Versuch, die weißrussische Kultur und Identität auszurotten. Wann nehmen wir das zur Kenntnis? – 1976: Reiner Kunze wird in Weimar auf Beschluss des Bezirksverbandes Erfurt/Gera aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen.


Geboren am 29. Oktober

1762: André Chénier, französischer Schriftsteller, 1854: Apelles Mestres, katalanischer Zeichner, Dichter, Dramatiker, Komponist, Sammler und Gärtner, 1866: Georg Engel, deutscher Schriftsteller, 1880: Otto Flake, deutscher Dichter, 1882: Jean Giraudoux, französischer Schriftsteller, 1890: Claire Goll (* in Nürnberg; † 30. Mai 1977 in Paris), deutsch-französische Dichterin, 1902: Kitasono Katue, japanischer Lyriker, 1921: Julio Aumente, spanischer Lyriker (der Gruppe Cántico zugehörig), 1924: Zbigniew Herbert, polnischer Schriftsteller, 1932: Harald Hartung (* in Herne), deutscher Schriftsteller und Literaturwissenschaftler


Gestorben am 29. Oktober

1783: Jean le Rond d’Alembert, französischer Mathematiker, Philosoph und Enzyklopädist, 1936: Ramiro de Maeztu, spanischer Essayist und Kritiker, 1937: Mosche Kulbak und zahlreiche weitere weißrussische Schriftsteller weißrussischer und jiddischer Sprache (siehe oben), 1942: Màrius Torres, katalanischer Lyriker, 1949: Georges I. Gurdjeff, griechisch-armenischer Esoteriker, Schriftsteller und Komponist, 1981: Georges Brassens, französischer Liedermacher, 1990: Lis Böhle, deutsche Mundartdichterin, 2017: Xose Manuel Carballo, galicischer Schriftsteller