25. Februar

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Am 25. Februar ist viel passiert. Wie an jedem Tag natürlich, aber doch besonders. 1634 wurde Wallenstein in der Burg von Eger ermordet. (Das beliebte Epigramm »O Wallenstein, du großer Held / Bewundert viel, gescholten von der Welt / Im Tode doch blüht dir das Glück / Von Schillers Hand das hübsche Stück«  ist allerdings nicht von Friederike Kempner, sondern eine der vielen untergeschobenen Parodien). – 1643 massakrieren niederländische Soldaten die Bewohner eines Indianerdorfs und spielen mit den abgeschlagenen Köpfen Ball. – 1921 erobern sowjetrussische Truppen die georgische Hauptstadt Tbilissi und rufen die Sozialistische Sowjetrepublik Georgien aus. – 1923 beenden französische Truppen die Existenz des versehentlich unbesetzten »Freistaats Flaschenhals« am Rhein. – 1932 wird Hitler gerade noch rechtzeitig deutscher Staatsbürger, um den Laden alsbald zu übernehmen. – 1947 wird Paula von Preradovićs Gedicht »Land der Berge, Land am Strome« vom Ministerrat zum Hymnentext der Republik Österreich erklärt. (Es ist auch der Tag, an dem im Jahr 1147 das Wort Austria zum erstenmal verwendet wurde). – Im gleichen Jahr, also 1947, wird der Staat Preußen aufgelöst und in Ungarn befördert die Sowjetunion die kommunistische Machtübernahme. Wieder ein Jahr später ergreifen die Kommunisten die Macht in der Tschechoslowakei. 1956 rechnet Nikita Chrustschow in einer »Geheimrede« auf dem 20. Parteitag der KPdSU mit Stalins Verbrechen ab. Sie bleibt nicht lange geheim, außer im Ostblock. In der DDR erschien sie im Januar 1990. Bis zum Mauerbau war sie aber problemlos in Westberlin zugänglich. Nach seiner Rückkehr erklärt SED-Chef Walter Ulbricht vor einem exklusiven Zirkel: »Der Genosse Stalin ist ab sofort nicht mehr als Klassiker zu betrachten.« Der sowjetische Liedermacher Bulat Okudshawa sang über Chrustschow: »Конешно он был дураком. Natürlich war er ein Dummkopf. Aber vielleicht baun wir ihm noch mal ein Denkmal«. (Aber nicht unter Putin).  – 1969 verbrennt sich in Prag der Student Jan Zajíc aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings als Zweiter nach Jan Palach. – 1991 wird der Warschauer Pakt aufgelöst.


Geboren am 25. Februar

1591: Friedrich Spee, deutscher Dichter, 1651: Quirinus Kuhlmann, deutscher Dichter, Prophet und Mystiker, 1707: Carlo Goldoni, venezianischer Dramatiker und Librettist (Il servitore di due padroni), 1725: Karl Wilhelm Ramler, »deutscher Horaz«, 1806: Emma Catherine Embury, Pionierin weiblichen Schreibens in den USA, 1822: Lew Alexandrowitsch Mei, russischer Dichter, 1842: Karl May, deutscher Auflagenmillionär, 1855: Cesário Verde, portugiesischer Schriftsteller, 1861: Santiago Rusiñol, katalanischer Schriftsteller, Maler und Sammler, prägende Figur des Modernisme, 1866: Benedetto Croce, italienischer Philosoph, Historiker und Literaturkritiker, 1867: Rudolf Tarnow, plattdeutscher Schriftsteller, 1871: Lesja Ukrainka, ukrainische Dichterin († 1913), 1877: Karel Toman (* als Antonín Bernášek in Kokovice; † 12. Juni 1946 in Prag), tschechischer Dichter, 1882: B. Traven, deutsch- und vor allem englischsprachiger Schriftsteller, lebte in Mexiko, 1896: Ernst Rothschild, deutscher Schriftsteller (* Frankfurt/Main, lebte in Dresden und Berlin, vermutlich emigriert, 1907: Sabahattin Ali, türkischer Dichter († 1948), 1917: Anthony Burgess, englischer Schriftsteller und Komponist, 1943: George Harrison, Beatle, 1946: Franz Xaver Kroetz, deutscher Schriftsteller


Gestorben am 25. Februar

1547: Vittoria Colonna, italienische Dichterin, 1655: Daniel Heinsius, niederländischer Dichter, 1689: Khushal Khan Khattak, paschtunischer Nationaldichter ohne Nation (Pakistan/Afghanistan), 1756: Eliza Haywood, englische Schauspielerin und Dichterin (* 1693), 1798: Louis Jules Mancini Mazarini, französischer Dichter und Diplomat (* 1716), 1819: Manuel do Nascimento, portugiesischer Lyriker, 1831: Friedrich Maximilian Klinger, deutscher Schriftsteller (Sturm und Drang) (* 1752), 1852: Thomas Moore, irischer Dichter (* 1779). 1865: Otto Ludwig, deutscher Schriftsteller, 1870: Henrik Hertz, dänischer Schriftsteller, 1911: Friedrich Spielhagen, deutscher Schriftsteller, 1926: Joan Alcover, mallorquinischer Dichter, 1945: Mário Raúl de Morais Andrade, brasilianischer Schriftsteller, 1952: Saitō Mokichi, japanischer Lyriker, 1978: Hugo Friedrich, Romanist (Die Struktur der modernen Lyrik), 1980: Robert Hayden, amerikanischer Dichter (* 1913), 1983: Tennessee Williams, amerikanischer Schriftsteller (* 1911), 2001: Archie Randolph Ammons, amerikanischer Lyriker, 2021: Arkadij Davidowitsch, russischer Schriftsteller, Aphoristiker