Krutschonych, Alexej: Unterschied zwischen den Versionen

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(russisch Алексе́й Елисе́евич Кручёных; * 9. Februar jul./ 21. Februar 1886 greg. im Dorf Olewka, Gouvernement Cherson, Ukraine, als Sohn einer Bauernfamilie - der Vater stammte aus Sibirien, die Mutter war Polin; † 17. Juni 1968 in Moskau) war ein russischer Dichter des "Silbernen Zeitalters", Vertreter des russischen Futurismus und Mitglied der Hyläa-Gruppe. Von 1902 bis 1906 besuchte er die Kunstschule in Odessa (Diplomlehrer für grafische Künste). "Während des Studiums lernte er (1905?) David Burljuk kennen, zu dem er später (1912) futuristische Kontakte in Moskau aufnahm." [1] Seit 1907 lebte er in Moskau.  
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[[Datei:phonetik.jpg]](russisch Алексе́й Елисе́евич Кручёных; * 9. Februar jul./ 21. Februar 1886 greg. im Dorf Olewka, Gouvernement Cherson, Ukraine, als Sohn einer Bauernfamilie - der Vater stammte aus Sibirien, die Mutter war Polin; † 17. Juni 1968 in Moskau) war ein russischer Dichter des "Silbernen Zeitalters", Vertreter des russischen Futurismus und Mitglied der Hyläa-Gruppe. Von 1902 bis 1906 besuchte er die Kunstschule in Odessa (Diplomlehrer für grafische Künste). "Während des Studiums lernte er (1905?) David Burljuk kennen, zu dem er später (1912) futuristische Kontakte in Moskau aufnahm." [1] Seit 1907 lebte er in Moskau.  
  
 
Zusammen mit Wladimir Majakowski, David Burljuk und Welimir Chlebnikow veröffentlichte er 1912 das Manifest "Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack" (Пощечина общественному вкусу).  
 
Zusammen mit Wladimir Majakowski, David Burljuk und Welimir Chlebnikow veröffentlichte er 1912 das Manifest "Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack" (Пощечина общественному вкусу).  
  
1913 begann er die Kunstsprache Zaum (заумь) zu entwickeln (erstes Zaum-Gedicht Dyr bul stschyl, дыр бул щыл), die auch Chlebnikow und andere Futuristen übernahmen.
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1913 begann er die Kunstsprache Zaum (заумь) zu entwickeln (erstes Zaum-Gedicht Dyr bul stschyl, дыр бул щыл), die auch Chlebnikow und andere Futuristen übernahmen. [[Datei:saumnyj.jpg]]
  
 
Krutschonych war von 1912 bis zu ihrem frühen Tod 1918 mit der Malerin und Lyrikerin Olga Rosanowa verheiratet.
 
Krutschonych war von 1912 bis zu ihrem frühen Tod 1918 mit der Malerin und Lyrikerin Olga Rosanowa verheiratet.
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* Höllenspiel: ein Poem von Viktor (= Welimir) Chlebnikov u. Aleksej Kručenych. Nachgedichtet von Ludwig Harig. Russ.-dt. Übers. u. Nachbemerkung von Beate Rausch. Mit 15 Ill. von Natalija Gončarova. Berlin: Friedenauer Presse, 1986.  
 
* Höllenspiel: ein Poem von Viktor (= Welimir) Chlebnikov u. Aleksej Kručenych. Nachgedichtet von Ludwig Harig. Russ.-dt. Übers. u. Nachbemerkung von Beate Rausch. Mit 15 Ill. von Natalija Gončarova. Berlin: Friedenauer Presse, 1986.  
 
* Phonetik des Theaters  [Aus dem Russ. von Valeri Scherstjanoj. Mit einem Nachw. von Valeri Scherstjanoj, einer bibliogr. Angabe sowie zehn Orig.-Arbeiten zum "Theater der Phonetik" von Hartmut Andryczuk & Valeri Scherstjanoi]. (Künstlerbuch) Berlin: Hybriden, 2010. Ca. 60 S. - € 650,00
 
* Phonetik des Theaters  [Aus dem Russ. von Valeri Scherstjanoj. Mit einem Nachw. von Valeri Scherstjanoj, einer bibliogr. Angabe sowie zehn Orig.-Arbeiten zum "Theater der Phonetik" von Hartmut Andryczuk & Valeri Scherstjanoi]. (Künstlerbuch) Berlin: Hybriden, 2010. Ca. 60 S. - € 650,00
* Phonetik des Theaters [Tonträger] Vorgetragen von Valeri Scherstjanoi. Berlin: Hybriden, 2010. (CD)
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* Phonetik des Theaters [Tonträger] Vorgetragen von Valeri Scherstjanoi. Berlin: Hybriden, 2010. (CD)  
* [http://reinecke-voss.de/cms/krutschonych.html Phonetik des Theaters]. Übersetzt, eingeleitet und kommentiert von Valeri Scherstjanoi. Leipzig: Reinecke & Voß, 2011. ISBN 978-3-9813470-5-0. 82 S. -  11,00
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* [http://reinecke-voss.de/cms/krutschonych.html Phonetik des Theaters]. Übersetzt, eingeleitet und kommentiert von Valeri Scherstjanoi. Leipzig: Reinecke & Voß, 2011. ISBN 978-3-9813470-5-0. 82 S. -  11,00  
  
  

Version vom 1. April 2013, 22:05 Uhr



Alexej Jelissejewitsch Krutschonych

Biographie

Phonetik.jpg(russisch Алексе́й Елисе́евич Кручёных; * 9. Februar jul./ 21. Februar 1886 greg. im Dorf Olewka, Gouvernement Cherson, Ukraine, als Sohn einer Bauernfamilie - der Vater stammte aus Sibirien, die Mutter war Polin; † 17. Juni 1968 in Moskau) war ein russischer Dichter des "Silbernen Zeitalters", Vertreter des russischen Futurismus und Mitglied der Hyläa-Gruppe. Von 1902 bis 1906 besuchte er die Kunstschule in Odessa (Diplomlehrer für grafische Künste). "Während des Studiums lernte er (1905?) David Burljuk kennen, zu dem er später (1912) futuristische Kontakte in Moskau aufnahm." [1] Seit 1907 lebte er in Moskau.

Zusammen mit Wladimir Majakowski, David Burljuk und Welimir Chlebnikow veröffentlichte er 1912 das Manifest "Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack" (Пощечина общественному вкусу).

1913 begann er die Kunstsprache Zaum (заумь) zu entwickeln (erstes Zaum-Gedicht Dyr bul stschyl, дыр бул щыл), die auch Chlebnikow und andere Futuristen übernahmen. Saumnyj.jpg

Krutschonych war von 1912 bis zu ihrem frühen Tod 1918 mit der Malerin und Lyrikerin Olga Rosanowa verheiratet.

Von 1912 bis Anfang der 30er Jahre gab er über 100 originalgrafische Künstlerbücher heraus. Er veröffentlichte auch zahlreiche Werke Chlebnikows und Majakowskis. Nach dem Selbstmord Majakowskis (1930) trat er nur noch als Sammler und Herausgeber in Erscheinung.


Andere Namensformen

Einige Veröffentlichungen erschienen unter dem Namen Aleksandr Krutschonych.

Kručenych, Aleksej E.; Kroutchenykh, Alexi͏̈; Kroutchonykh, Aleksei; Kroutchenykh, Alexeï (frz.); Aleksei Kruchenykh; Kručënych, Aleksej; Kručenych, Aleksej Eliseevič; Kruchenych, Aleksei; Kruchenykh, Aleksei; Kruchenykh, Aleksei Eliseevich; Kruchenykh, Aleksej; Kruchonykh, Aleksei Eliseevich; Kruchonykh, Aleksey Eliseevich; Krutchonykh, Alexis; Krutschonych, Alexei J.; Kručenych, Aleksej; Kručenych, A. E.; Krutschonych, Alexei J.; Kručënych, Aleksej Eliseevič; Kručenych, Aleksej; Kruchenykh, Alexei; Krutčënych, Aleksej;


Anmerkungen

  • [1] Valeri Scherstjanoi: Tango mit Kühen. Anthologie der russischen Lautpoesie zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Scherstjanoi 1998), S. 66

Bibliographie

Werke

  • Кручёных А. Кукиш прошлякам. — Москва—Таллин: Гилея, 1992. (Репринтное издание. Вступительная статья Г. Н. Айги).
  • Крученых А. Зудесник. — М.: Журавль, 1997. — 22 с.
  • Кручёных А. Лакированное трико. (Репринт). — Спб.: Хармсиздат, 1998.
  • Кручёных А. Стихотворения. Поэмы. Романы. Опера / Сост., подг. текста, вст. ст. и примеч. С. Р. Красицкого. — Спб.: Академический проект, 2001. — 480 с. Новая библиотека поэта

Werke auf Deutsch

Buchausgaben
  • Höllenspiel: ein Poem von Viktor (= Welimir) Chlebnikov u. Aleksej Kručenych. Nachgedichtet von Ludwig Harig. Russ.-dt. Übers. u. Nachbemerkung von Beate Rausch. Mit 15 Ill. von Natalija Gončarova. Berlin: Friedenauer Presse, 1986.
  • Phonetik des Theaters [Aus dem Russ. von Valeri Scherstjanoj. Mit einem Nachw. von Valeri Scherstjanoj, einer bibliogr. Angabe sowie zehn Orig.-Arbeiten zum "Theater der Phonetik" von Hartmut Andryczuk & Valeri Scherstjanoi]. (Künstlerbuch) Berlin: Hybriden, 2010. Ca. 60 S. - € 650,00
  • Phonetik des Theaters [Tonträger] Vorgetragen von Valeri Scherstjanoi. Berlin: Hybriden, 2010. (CD)
  • Phonetik des Theaters. Übersetzt, eingeleitet und kommentiert von Valeri Scherstjanoi. Leipzig: Reinecke & Voß, 2011. ISBN 978-3-9813470-5-0. 82 S. - 11,00


Sammelbände
  • Valeri Scherstjanoi (Hrsg.): „Zaoum – Schriften“ experimentelle texte hrsg. von k. riha und s.j. schmidt siegen Gesamthochschule Siegen (1985)


Enthalten in Anthologien
  • Valeri Scherstjanoi (Hrsg.) „Tango mit Kühen“ Anthologie der russischen Lautpoesie zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Wien: edition selene, 1998
  • Erstens, Zweitens. Erstens: Dichtungen russischer Maler Zweitens: Zeichnungen russischer Dichter. Hrsg: Jutta Hercher / Peter Urban. Hamburg: material-Verlag, 1998. ISBN 978-3-932395-03-1
  • Nitzberg, Alexander (Hrsg.): Dampfbetriebene Liebesanstalt. Gedichte des russischen Futurismus. Düsseldorf: Grupello, 1999
  • Selbstmörder-Zirkus. Russische Gedichte der Moderne. Herausgegeben und übersetzt von Alexander Nitzberg. Leipzig: Reclam Verlag, 2003,191 S., 3-379-20081-6
  • Alexander Nitzberg: Sprechende Stimmen. Russische Dichter lesen. Originalaufnahmen. 1 CD. DuMont Verlag, Köln 2003. ISBN 9783832178437
  • Felix Philipp Ingold (Hrsg.): 'Als Gruß zu lesen'. Russische Lyrik von 2000 bis 1800. Russisch - Deutsch. Dörlemann Verlag, Zürich 2012. ISBN 9783908777656


Sekundärliteratur

  • Valeri Scherstjanoi: Mein Futurismus. Mit einem Nachwort von Michael Lentz. Berlin: Matthes & Seitz, 2011. ISBN 978-3-88221-618-9


Weblinks